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Entdeckerreise 2007: Auf den Spuren Marco Polos
Bericht in der Zeitschrift des |
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Auf den
Spuren von Marco Polo
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"Die ganze Welt haben wir nicht gesehen, aber einen großen Teil davon."
Endlich
waren wir startklar und es ging los. Unser Treffpunkt war die Lagunenstadt
Venedig. Marco Polo ca. 1254 in Venedig geboren, war ein venezianischer Händler
dessen Familie wohl ursprünglich aus Dalmatien stammte. Er wurde durch Berichte
über seine China-Reise bekannt. Dort trafen wir uns mit den anderen 28 Teilnehmern.
Von Venedig aus fuhren wir mit der Fähre (Camping an Bord) nach Igoumenitsa
(Griechenland) und weiter nach Kalambaka, wo wir die Meteoraklöster besichtigten.
Weiter ging unsere Reise nach Asprovalta und Alexandroupolis, dies war der
letzte Ort in Griechenland. 
Die
Türkei war somit durchreist, und wir erreichten die Grenze zum Iran. Das Überqueren
der Grenze erforderte Geduld und vor allem Zeit. Nach sieben Stunden hatten
wir es endlich geschafft. Es waren aber noch 300 km nach Täbriz, wo wir unser
Nachtlager aufschlagen konnten. In der Zwischenzeit wurde es dunkel und wir
mussten bei Nacht mitten durch die 1,5-Millionen Stadt fahren - und das mit
einem Wohnmobil. An den Kreuzungen war das Fahren ein einziger Machtkampf.
Nur jene die am längsten und meisten hupten kamen durch. Für Europäer ist
es kaum vorstellbar, dass mit Hupen und ohne Verkehrsregeln der Verkehr funktionieren
kann. Jedenfalls finden die Iraner unseren geregelten Verkehr in Europa genauso
ungewöhnlich wie wir den ihren. Geschafft vom vielen Hupen und Drängeln erreichten
wir
endlich,
aber todmüde, den Campingplatz. Dies war der letzte auf unserer großen Reise,
denn von nun an waren es nur noch Stellplätze, meistens bei Hotels. Die Iraner
waren sehr freundliche Menschen und riefen uns schon von Ferne "You are welcome"
zu. Gastfreundschaft wird auch im Iran sehr groß geschrieben und so wurden
wir des Öfteren zum Essen und Trinken eingeladen, natürlich waren alkoholische
Getränke tabu. Vordergründig hatten sie großes Interesse daran, wie wir in
Europa leben würden und wie unsere Politik aussieht. Ihr Interesse ist verständlich,
denn im Iran mussten auch wir als Touristen uns an die strengen Regeln des
Landes halten. So kam es, dass wir Frauen uns verschleiern mussten. Dies wurde
streng kontrolliert. Und wenn wir mit dem Bus fuhren, mussten die Frauen die
hinteren Plätze einnehmen, denn nur Männer saßen im vorderen Teil des Busses.
Hat man für den Bus kein Fahrgeld, dann bezahlt man eben das nächste Mal.
Bevor unsere Reise weiter gehen konnte, mussten wir noch tanken. Diesel bekommt
man nicht an allen Tankstellen, aber wenn man ihn bekommt, dann kosten 53
Liter Diesel nur 2 € inkl. Trinkgeld.
Unsere
nächste Haltestelle ist die iranische Hauptstadt Teheran mit ihren 10 Millionen
Einwohnern. Die Stadt liegt südlich des Elbrus-Gebirges und des Kaspischen
Meeres im Iranischen Hochland auf durchschnittlich 1.191 Meter über dem Meeresspiegel.
Auf Grund der Hanglage gibt es in der Hauptstadt erhebliche Höhenunterschiede.
Die Stadtbezirke im Süden grenzen an die Salzwüste Dasht e Kavir und liegen
durchschnittlich 1.000 Meter über dem Meeresspiegel, das Stadtzentrum bei
circa 1.100 bis 1.200 Meter und die Vororte im Norden bei etwa 1.700 Meter.
Die Stadt beherbergt 14 verstaatlichte Universitäten, Museen sowie Baudenkmäler
und ist das Industrie- und Handelszentrum Irans. Somit war eine Stadtbesichtigung
unabdinglich. Auch dem Regierungsgebäude des Schah von Persien statteten wir
einen Besuch ab. Weiter ging unsere Fahrt durch die Wüste (Salzwüste?) nach
Isfahan, Jandagh, Shahrud bis nach Boynurd. Die Wüste haben wir gut hinter
uns gelassen und nach dem vielen Sand kam jetzt etwas Abwechslung für das
Auge.
Wir
fuhren durch eine wunderbare grüne Landschaft, in der es auch Weingärten gab,
welche auf 1.600 Meter Höhe liegen. Die Trauben werden in speziellen Ziegelgebäuden
mit sehr vielen Öffnungen zu Rosinen getrocknet. Nach zahlreichen Impressionen
verbrachten wir die letzte Nacht im Iran in einer Parkanlage. Auf unserer
Reise durch den Iran hatten wir überhaupt nicht das Gefühl, dass es sich hier
um ein gefährliches Land handeln könnte.
Am
frühen Morgen um 6 Uhr fuhren wir in Richtung Turkmenische Grenze. Es war
nicht weit bis zur Grenze selber, jedoch dauerte es dort wieder einmal länger.
Gute sieben Stunden später, und 140 Euro ärmer, angeblich eine Dieselsteuer,
durften wir dann endlich nach Turkmenien einreisen. Unsere Uhren stellten
wir wieder um, diesmal 1,5 Stunden vor. Insgesamt hatten wir bis jetzt eine
Zeitverschiebung von drei Stunden zwischen Europa und Asien. Nach ca. 40 km
erreichten wir die Turkmenische Hauptstadt Ashgabad. Es war schon etwas dämmrig
geworden und die Stadt war wunderschön beleuchtet. Es sah aus wie in einem
Märchen aus 1001 Nacht. Wir fuhren durch den Stadttorbogen und es hatte den
Anschein, als ob es sich um eine reiche Stadt handeln würde. Doch der Schein
trügt, denn all die wunderschönen Gebäude stehen leer, sind aber trotzdem
beleuchtet. Für Turkmenische Verhältnisse wäre so eine Wohnung nicht erschwinglich,
denn ein Lehrer verdient gerade mal 100 Euro pro Monat.
So
würde beispielsweise eine zwei Zimmer Wohnung 30.000 Euro kosten. Für 1 Euro
am Schwarzmarkt bekommt man 36.000 Manat. Bei der Bank hingegen bekommt man
nur 6.000 Manat.
In
der Stadt selber besuchten wir eine Moschee. Es war die schönste und kostbarste
Moschee, die wir bis zu diesem Zeitpunkt gesehen hatten. Angeblich ist es
die schönste Asiens. Auch wunderschöne Springbrunnen sind in der ganzen Stadt
zu sehen. Eigentlich unvorstellbar, wenn man weiß, dass 1 Liter Wasser 3 mal
so viel kostet wie 1 Liter Diesel, für 1 Euro bekommt man nämlich 100 l Diesel.
Die Stadt ist tot und fast menschenleer. Es ist auch wenig Verkehr und Geschäfte
sind auch keine zu sehen. Diese luxuriöse Stadt ließ sich der Führer, "Der
Große", genannt mit dem Geld der armen Leute bauen - und das in Mitten einer
Wüste. Nahezu 85% der Landfläche werden von der Wüste Karakum eingenommen,
die sowohl aus Sand- als auch Geröllwüstengebieten besteht.
Unser
nächster Halt ist ebenfalls eine Oase, die Stadt Mary. Begleitet von schlechten
Straßen, eigentlich waren es nur Wege, kamen wir nur langsam voran. Doch nicht
nur die holprigen Straßen machten uns zu schaffen, auch die Temperatur in
der Wüste stieg allmählich auf 42°C. Nach einer Stadtbesichtigung von Mary,
ging es am nächsten Tag um 5:30 Uhr weiter zur Grenze von Usbekistan. Unterwegs
kam die erste große Autopanne auf uns zu. So wurde das Wohnmobil von einem
Teilnehmer ins Schlepptau bis zum nächsten Stellplatz genommen, wo es repariert
werden konnte.
Kreuzungen
gab es für uns keine Wartezeiten, denn die wurden für uns frei gehalten. Egal
ob die Ampel auf rot stand oder nicht wir hatten immer freie Fahrt. Am nächsten
Tag gingen wir in die Stadt Buchara und besuchten den Markt. Hier kann man
so ziemlich alles kaufen, was man sich nur vorstellen kann. Hier findet man
Obst, Gemüse und sogar Unterhosen gab es zu kaufen. Wir kauften uns unter
anderem einen Fladen (Brot) und aßen ihn auch gleich auf. Zum Essen brauchten
wir nicht mehr, denn bei 40° hat man eher Durst. Zwei Tage später fuhren wir
unter Polizeibegleitung weiter nach Samarkand. Unterwegs war die Straße wieder
sehr schlecht, und wir hatten mit Schlaglöchern bis zu 30 cm Tiefe zu kämpfen.
Unser Stellplatz in Samarkand ist bei einem Hotel. Dies war sicher einmal
ein wunderschönes Haus, aber leider ist es jetzt eine Bruchbude. Die Duschen,
welche uns zur Verfügung standen waren eine Katastrophe. Es gab nicht einmal
warmes Wasser, denn das Hotel hatte kein Gas.
Der
Besitzer führte uns verschiedene und außergewöhnliche Instrumente vor. Während
der ganzen Stadtbesichtigung hatten wir Polizeibegleitung. Vor der Moschee
wurden Bettler und Einheimische vor unserem Eintreffen von der Polizei weggeschickt.
Wir
fuhren durch das Ferghanatal, über einen Pass der auf 2.200 Meter Höhe lag,
vorbei an vielen Äckern, Obstgärten und Baumwollfeldern. Das saftige Grün
und die Berge taten uns nach so viel Wüste richtig gut. Auch die Temperatur
war mit 30°C wieder angenehm. Die Straßenverhältnisse reichten von gut bis
sehr schlecht. Nach einer Übernachtung ging es weiter durch das Ferghanatal,
über einen Pass der auf 3.600 Meter Seehöhe liegt, in Richtung Kirgisistan.
Ad
und ich übernahmen die Erstversorgung, die Verletzung war aber so gravierend,
dass die Rettung kommen musste. Unvorstellbar aber wahr, die Rettung kam angerollt.
Das Aussehen erinnerte mich an die Rettungsautos aus den alten Kriegsfilmen.
Nicht nur das Äußere war erschreckend, innen schmutzig, verraucht und das
einzige im Auto war eine Trage, halb kaputt. Der Arzt fuhr mit der Rettung
mit. Sein Arztkoffer befand sich in einem äußerst miesen Zustand. Unser Patient
wurde gleich in das Krankenhaus nach Bischkek gebracht. Im Krankenhaus angekommen,
da fehlten einem die Worte, war nicht einmal ein Röntgenapparat. Unser Patient
musste auf dem schnellsten Weg zurück nach Deutschland. Nach fünf Wochen Krankenhaus
Aufenthalt und mehreren Operationen, stieß er in Peking wieder zu uns.
Nach
zwei Tagen Stadtbesichtigung ging es wieder weiter durch wildromantische Gebirgslandschaften.
Vorbei an unzähligen Orten bis nach Tour-Aigyr. Diese Stadt liegt am Issyk-Kul-See.
Es handelt sich hier um einen sehr warmen See auf 1600 Meter gelegen. Der
See ist 11-mal so groß wie der Bodensee. Nach zwei Tagen Erholung ging es
wieder weiter Richtung Chinesische Grenze.
Der
Weg führt uns über teils sehr schlechte Gebirgsstraßen. Vorbei an Berggipfeln
mit einer Höhe von 4000 bis 5000 Meter. Bevor wir die chinesische Grenze erreichten
übernachteten wir noch in Sary Bulak und in Beijrit. Am nächsten Tag erreichten
wir endlich den Pass Rougant auf 3740 Meter, bei einer Temperatur von -1°C
und Schneetreiben. Nach einer kalten und schneereichen Nacht fuhren wir weiter
zur Grenze nach China. Dort wurden uns von den Chinesen die Funkgeräte abgenommen.
Sie hatten den Verdacht, dass wir aus Spionagegründen das Land durchreisen
würden und dafür die Funkgeräte brauchen würden. Was natürlich ein totaler
Blödsinn war. Von dort aus weiter bis nach Kashgar. Diese Stadt ist der
Kreuzungspunkt
Asiens. Hier grenzen die Länder China, Pakistan, Tadschikistan und Kirgistan
aneinander. Historisch gesehen bezeichnet der Begriff ein etwas größeres Gebiet,
und Kashgar war auch die Hauptstadt der kurzlebigen Turkestanischen Republik.
In der Stadt verblieben wir zwei Tage. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung
besuchten wir den traditionellen Sonntagsmarkt in der Wüste. Mit seinen 150.000
Besuchern ist er der größte Markt unter freiem Himmel weltweit. Das erste
chinesische Abendessen machte mich zum Vegetarier. Hühner mit Kopf und Krallen
wurden unter anderem mit undefinierbaren Sachen zum Abendessen gereicht.
bis
nach Turpan. Letztere liegt 145 Meter unter dem Meeresspiegel. Es ist bis
jetzt auch der wärmste Ort mit 53°C auf unserer Reise. Auf Grund der extremen
Hitze versuchten wir unter nassen Badetüchern etwas Schlaf zu finden. Ein
Sandsturm machte uns aber einen kräftigen Strich durch die Rechnung und riss
von unserem Wohnmobil das kleine Dachfenster weg. Es war in viele Stücke zerbrochen.
Ad klebte die Stücke zusammen und so war unser Dach wieder dicht.
Da
wir ja schon so lange unterwegs waren und meine Haare länger und länger wurden,
stand ein Frisörbesuch an. Mein Wunsch, meine Haare um 2 cm zu kürzen, wurde
aber wohl missverstanden. Als ich in den Spiegel sah, waren nur noch 2 cm
von meinen Haaren übrig. Und das alles für 1 €, da kann man sich nun wirklich
nicht auch noch beschweren, oder?
Dunhuang
ist eine alte Oasenstadt an der Seidenstraße in der Provinz Gansu im Westen
Chinas. Auch in dieser Stadt gab es einiges zu besichtigen. Wir besuchten
die Mogao-Grotten, auch Tausend - Buddha - Höhlen genannt. Hier haben buddhistische
Mönche zwischen dem 4. und dem 12. Jahrhundert etwa 1000 Höhlen in die Sandsteinfelsen
geschlagen und mit buddhistischen Motiven (Buddha-Statuen, Skulpturen und
Wandmalereien) verziert. 492 dieser Höhlen sind heute noch erhalten und zum
Teil für Touristen zugänglich.
Nahe
der Stadt, in der Sandwüste, waren wir auf dem höchsten Sandhügel der Welt.
Mit der Rodel ging es wieder hinunter bis zu einer kleinen Oase. Hier befindet
sich der Sichelsee, welcher nie austrocknet, was in der Wüste nicht üblich
ist.
Abstecher
nach Tibet. Dort besuchen wir ein Kloster, welches auf 2900 Meter gelegen
ist. Von Lanzhou fuhren wir entlang der ziemlich verfallen Chinesischen Mauer,
bis nach Xian.
Kaiserreich vor nomadischen Reitervölkern (Mongolen) aus dem Norden schützen
sollte. Ursprünglich hatte die Mauer eine Länge von 6.350 km (Hauptmauer 2.400
km). Hinsichtlich Volumen und Masse ist es das größte Bauwerk der Welt. Dabei
besteht die Mauer aus einem System mehrerer, teilweise auch nicht miteinander
verbundener Abschnitte unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Bauweise.
Die
Terrakotta Armee, welche sich auf drei Gruben verteilt, besteht aus 7.278
lebensgroßen Soldaten (Fuß- und Reitsoldaten), denen Pferde und Kriegswagen
und echte Waffen (Schwerter, Pfeilspitzen, Armbrüste) beigegeben sind. Es
handelt sich um die Darstellung einer vollständigen Armee der damaligen Zeit.
Die verschiedenen Ränge sind an unterschiedlichen Uniformen erkennbar.
In Peking angekommen schlugen wir uns erst einmal durch den Massenverkehr
bis zu unserm Hotel durch, wo wir eine Woche verbrachten. Das Frühstück war
nicht inkludiert, aber kostete nur 1€ pro Person. Es gab ein Buffett mit Salat,
Nudeln, Reis, Maultaschen usw. Eigentlich für unsere Begriffe ein Mittagessen.
Wir
machten jeden Tag eine Besichtigung. So fuhren wir unter anderem zur Großen
Mauer, zum Sommerpalast, zur Verbotenen Stadt und zum Himmelstempel, wo der
Stein des Mittelpunktes der Erde liegt. Durch die Stadt ging es natürlich
auch, und wir sahen die wichtigsten Gebäude, sowie Baustellen der Olympischen
Spiele. Auch die Altstadt von Peking sahen wir uns an und
wurden
dabei von einer Rikscha chauffiert. Wir fuhren durch die engen Gassen und
konnten ein Wohnhaus von innen besichtigen - diese Menschen kennen keinen
Luxus. Bevor wir Peking verließen, gingen wir noch in einem guten Restaurant
Abendessen. Das Essen war gut und es kostete inkl. Getränke pro Person 4,50€.
Dies ist für chinesische Begriffe eigentlich sehr teuer.
"Hängende
Klöster" ist der Name eines mitten in eine Felswand gebauten Klosters. Das
Kloster besteht aus 40 winzigen Hallen und Pavillons und wurde entlang den
Konturen der Steilwand gebaut, wobei man sich natürlicher Aushöhlungen und
Vorsprünge zur Abstützung bediente. In einer der Räume werden die wichtigsten
traditionellen Religionen Chinas vereint, in der Halle befindet sich je eine
Statue von Buddha, Konfuzius und Laozi.
Auf
dem Weg zum "Oai Hai See" blieben wir mit dem Auto hängen. Es musste geschaufelt
werden. Der See ist sehr schön gelegen, Pferde, Schafe und Jurten ergaben
in Kombination eine perfekte Landschaft. Am folgenden Tag ging es weiter nach
Siziwang Qi. Mitten in der Steppe stand ein großes Jurtenhotel. Eigentlich
eine sehr große Jurte mit Restaurant, Geschäften, dazu ein Veranstaltungssaal
und rundherum viele kleine Jurten, für die Gäste zum Übernachten. Dies war,
so hatten wir den Eindruck, etwas für Touristen. Für uns nicht ganz das richtige,
aber für einen Stellplatz und für nur eine Nacht gut genug.
Am
Tag danach hatten wir nur wenige Kilometer bis zur Mongolischen Grenze, aber
an der Grenze brauchten wir sieben Stunden bis wir endlich durch waren. Es
ging weiter bis Erenhot zum Bahnhof, der am Beginn der Wüste Gobi liegt, wo
unsere Bahnverladung vom Wohnmobil stattfinden sollte. Doch die Mongolen nahmen
uns partout nicht mit. Immer wieder wurde die Verladung verschoben. Inzwischen
waren schon 1,5 Tage am Bahnhof vergangen, bis wir mitgeteilt bekamen, dass
sie uns nicht mitnehmen. Obwohl die Waggons reserviert und bezahlt waren.
Nach einer kurzen Besprechung mit unserer Gruppe beschlossen wir: "Wir fahren
durch die Wüste Gobi!"
Ich
für meinen Teil war sehr verärgert, da unsere Wohnmobile nicht für die Wüste
geeignet sind. Zuvor hatte noch nie jemand die Wüste Gobi mit einem Wohnmobil
durchquert. Für uns alle war es ein großes Risiko - schweren Herzens fuhren
wir los. Anfangs gab es noch einen Weg, aber dann nur noch Sand, Steine und
Steppe. Immer wieder blieben Wohnmobile hängen. Zum Glück hatten wir ein Allradfahrzeug
in der Gruppe, das uns fortwährend aus Sand oder Schlamm zog. Nach einer Fahrtzeit
von 11 Stunden hatten wir gerade einmal 150 km hinter uns. Todmüde schlugen
wir unser Lager in der Wüste auf. Der angenehme Nebeneffekt war ein wunderschöner
Sonnenuntergang und Sternenhimmel. So was sieht man nicht alle Tage. Nach
einer sehr ruhigen und stillen Nacht, ging es am nächsten Tag weiter. Unsere
mongolischen Begleiter fuhren vor und suchten einen geeigneten Weg, wo wir
am besten durchfahren konnten. Sand, Sand und noch mal Sand, nichts Aufregendes
war zu sehen, als plötzlich eine Herde Antilopen vor unserem Wohnmobil vorbei
lief.
Die
Strecke war nach wie vor sehr schlecht zu fahren. Aber was uns mehr Sorgen
machte, waren die dunklen Wolken die aufzogen. Regen hätte in der Wüste nichts
Gutes bedeutet. Mit großer Wahrscheinlichkeit wären wir im Sand und Schlamm
stecken geblieben. Gott sei dank kam aber dann doch kein Regen und bis zum
Abend waren es wieder 7 Autos die aus dem Dreck gezogen wurden. Bei einem
Auto war die Federung kaputt und bei einem anderen Wohnmobil war die Rückwand
losgerissen. Am dritten Tag hatten wir steinige Hügel und Steppe zu überwinden.
Auch an diesem Tag gab es bei mehreren Autos Probleme. Reifen gingen kaputt
und der Kühler von unserem Wohnmobil war auch wieder hinüber.
So
kam es, dass wir ständig Wasser nachfüllen mussten. Unser Wohnmobil brauchte
somit mehr Wasser als wir für uns selbst. Es sah wieder mal nach Regen aus,
doch plötzlich, wie aus dem Nichts tauchte plötzlich eine richtige Straße
auf. Unsere Freude war groß. Es war ein schnelles Vorankommen. So fuhren wir
bis nach Ulaanbaatra. Der Name heißt zu Deutsch "roter Held" und ist die Hauptstadt
der Mongolei. Am Stellplatz angekommen mussten als erstes die Autos repariert
werden. Wir und noch zwei Autos fuhren am nächsten Tag zur Werkstatt, wo unser
Kühler wieder repariert wurde. Die Mechaniker konnten es nicht glauben, dass
wir mit einem Wohnmobil die Wüste Gobi durchquert haben. Am nächsten Tag machten
Ad und ich eine Bergwanderung, wo wir Edelweiße fanden. Die Landschaft war
beeindruckend.
Um
7:30 fuhren wir wieder weiter Richtung Russland. An der Grenze brauchten wir
nur 4 Stunden. Somit waren wir in Sibirien und fuhren bis Ulan-Ude. Unterwegs
sahen wir viele typische kleine bunte Holzhäuser. Es sieht hier insgesamt
auch viel sauberer aus als in China. Nach einem Besuch in Ulan-Ude geht es
über 150 km Waschbrettstraße zum Baikalsee was auf Deutsch "reicher See" heißt.
Mit einer Tiefe von (1.620 m oder 1.750 m) einer Länge von 636 km und einer
Breite von 80 km ist er nicht nur einer der größten, er ist auch der älteste
(mehr als 25 Mio. Jahre) Süßwassersee der Erde. Sein einziger Abfluss, die
Angara, fließt über den Jenissei in die Karasee des Polarmeeres. 1996 wurde
die Baikal-Region von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Wir standen mit
unserem Wohnmobil direkt am See umgeben von purer Natur.
Ein
paar Mutige gingen im kalten Wasser schwimmen. Hier konnten wir uns drei Tage
lang sehr gut erholen, bevor wir wieder weiter fuhren bis Irkutsk. Diese Stadt
ist eine wichtige Haltestelle der Transsibirischen Eisenbahn die von Moskau
bis nach Wladiwostok bzw. Peking fährt. Mehr und mehr haben wir Sehnsucht
nach zu Hause, aber es sind nur noch 8000 km. Weiter ging es durch die Taiga
und teilweise durch die Tundra. Der boreale Nadelwald ist die am nördlichsten
gelegene Vegetationszone der Erde, in der das Wachstum von Wäldern möglich
ist. Dieser Waldtypus entsteht in der kaltgemäßigten Klimazone und existiert
daher ausnahmslos auf der Nordhalbkugel. Die entsprechende Waldform wird in
Nordeurasien auch Taiga genannt. Nördlich von der borealen Nadelwaldzone befindet
sich die Tundra.
Wir
haben 260 km vor uns bis nach Tajset, davon wird jedoch das Fortkommen durch
eine 60 km lange Baustelle erschwert. Es war katastrophal, teilweise fuhren
wir mit 10 km/h und bewältigten so die riesengroßen Löcher in der Straße.
Weiter geht es wieder 400 km Richtung Westen. Diesmal "nur" 50 km Baustelle.
Es gab fast kein Durchkommen. Es waren richtig große Krater zu passieren und
Ad kam mit dem Auto nicht mehr weiter. Ein lieber Teilnehmer legte sich neben
unserem Wagen auf den Boden und lotste uns durch - alles ging gut.
Unserem
Auspuff hatte die Fahrt schwer zugesetzt. Er war aus der Verankerung gerissen,
aber das konnten wir an Ort und Stelle reparieren. Nach Tajset bis Krasnojarsk
war die Straße wieder in Ordnung. So war es möglich, die schöne Natur, die
riesigen Äcker und die satt grünen Wiesen besser zu genießen. Nach einer schönen
Stadtbesichtigung fuhren wir am nächsten Tag weiter nach Krasnojarsk. Von
dort aus Richtung Moskau, über Barabinsk, Omsk, Golischmanovo, Kurgan, Miass,
Djurtjuli, Kazan, Nishnj-Nowgorod, Suzdal. Es gab natürlich unterwegs viele
Besichtigungen bis wir
Moskau
erreichten.
einer
Stadtbesichtigung in Minsk, waren wir erstaunt wie sauber diese Stadt ist.
Während der Weiterfahrt nach Brest gab es keine Polizeikontrollen mehr. In
Russland war das Gang und Gebe. Von Brest aus ging es weiter über die Grenze,
wo wir keine Wartezeit hatten, nach Polen bis Warschau. Hier gab es noch ein
Abschiedsessen und somit endete unsere lange, beeindruckende Reise (auch schon).
Auf der Reise hatten wir eine Zeitverschiebung von sieben Stunden. Fast jedes
Auto hatte eine oder mehrere Reparaturen und viele Reifen gingen kaputt. Aber
letztendlich kamen wir gut zu Hause an. Wir haben viel gelernt, erlebt und
leider auch mit ansehen müssen, wie viele arme Menschen es gibt. Gott hat
uns eine Welt mit vielen Facetten geschaffen. Somit könnte man abschließend
sagen: "Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets
nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben." (Konfuzius) | [nach oben] | [Zurück zur Reiseübersicht] | [Zurück zur Startseite] |