|
10.06. - |
Durch den Mount Robson Provincial Park
|
|
||||
|
|
|
|||||
|
10. Juni: Durch den Mount Robson Provincial Park nach McBride Die ganze Nacht hat es sanft geregnet und es sah nicht aus, als wollte sich das in der nächsten Zeit ändern. Da strichen wir den Abstecher zum Maligne Lake, von dem aus wir eine Bootsfahrt zur Spirit Island, dem meist fotografierten Motiv Kanadas, das auf fast allen Reiseführern zu finden ist, machen wollten. Aber dazu benötigt man gutes Wetter. Stattdessen zogen wir unsere Sommerbettwäsche ab und die kuschelige Winterbettwäsche auf (ein paar Tage vor Sommerbeginn!) und gingen in die Laundry, die mit einem Kaffee und Wifi aufwarten konnte. Da gehe ich auch gerne in eine Wäscherei! Wir fuhren also weiter den Hwy 16 nach Nordosten in den Mount Robson Provincial Park zum Mount Robson, der mit 3.954 m der höchste Berg im kanadischen Teil der Rocky Mountains ist. Klingt gut, aber es gibt einige höhere Berge: Der Mount Logan - in der Eliaskette des südwestlichen Yukon-Territoriums gelegen - ist mit 5.959 m der höchste Berg Kanadas und nach dem Mount McKinley (Denali) der zweithöchste Gipfel Nordamerikas. Der Mount Saint Elias, 5.489 m, ist der zweithöchste Berg in Kanada. Und dann kommt der Mount Robson noch lange nicht. Wenn auch der Regen mittlerweile aufgehört hatte, so hatten wir doch nicht das Glück, ihn wolkenfrei zu sehen. Aber man kann ja nicht alles haben. Im Robson Valley ging es weiter nach Nordosten und je tiefer wir kamen, desto breiter wurde das Tal und desto runder wurden die Berggipfel. War am Mount Robson der Frühling gerade im Anfang - das Grün der Bäume begann erst ganz zaghaft zu sprießen, der Löwenzahn stand in voller Blüte - so war hier unten auf 750 m Höhe der Frühling in vollem Gange. Sattes Grün leuchte an den Bäumen und der Löwenzahn war verblüht. In McBride gingen wir auf einen RV-Platz am Fraser River. Die Sonne schien ein wenig und wir konnten noch einen Augen blick in der Sonne sitzen. Hinter dem Mount Robson hatten wir wieder die Grenze von Alberta nach British Columbia überschritten und damit von der Mountain Time zur Pacific Time gewechselt, was bedeutete, dass wir die Uhren eine Stunde zurückstellen mussten und damit die Illusion hatten, dass die Sonne eine Stunde länger scheinen würde. Doch die Sonne wusste es besser und verkrümelte sich beizeiten. Also gingen wir eben eine Stunde früher ins Bett. Dafür können wir morgen eine Stunde länger schlafen. 11. Juni: McBride Nicht zu fassen! Stahlblauer Himmel, kein Wölkchen und 20°! Da beschlossen wir, hier einen Lazy Day einzulegen. Na ja, so faul wurde er dann doch nicht. Eine Lampenfassung wollte repariert werden, die Fehlermeldung des Bordcomputers ist doch zu lästig. Mal sehen, ob es nun geklappt hat. Die Fil ter der Frischwasseranlage mussten getauscht werden, sie mussten voll sein, denn die Pumpe brachte kaum noch Wasser durch. Nie schaffe ich den Wechsel, ohne das Auto unter Wasser zu setzen, da ich die Pumpe nicht ausschalte. So auch dieses Mal. Es hat ja auch einen Vorteil, so wurde der Boden gleich gewischt. Nach dem Wechsel bedankte sich die Pumpe mit toller Leistung. Der Rest des Tages verging mit Federball spielen (habe ich das lange nicht mehr gemacht!), lesen, Prospekte anschauen und Wäsche waschen. Ein schöner, sehr warmer Tag, an dem ich mir sogar wieder einen Sonnenbrand holte. 12. Juni: An den Purden Lake Das Wetter hat sich gehalten und wir fuhren mal wieder in T-Shirt und bei offenem Fenster im Robson Valley am Fraser River gen Nordwesten. Diese Straße wird von Kanadiern als langweilig bezeichnet, was wir überhaupt nicht verstehen können. Das Tal wird noch breiter, die Berge haben keine bizarren Felsgipfel mehr, sondern meist abgerundete, bewaldete Kuppen, die noch von Schnee durchsetzt sind. Und Nadelwald, so weit das Auge reicht. Nachdem wir McBride verlassen hatten, in dem alle Bürgersteige blau gestrichen sind (sieht schlimm aus!), warnten Schilder, dass die nächste Tankstelle erst in 150 km und der nächste Campingplatz in 130 km zu finden sind. Bis dahin kein Haus, nur Wald. Auf einem Rastplatz fanden wir uns inmitten von Riesenmammutbäumen (Sequoiadendron giganteum) wieder, die wie Säulen in den Himmel ragten. Interessant diese Bäume! Die meisten, z. B. im Sequoia-&-Kings-Canyon-Nationalpark in Kalifornien, wo die größten Bäume zu finden sind, zeigen deutliche Brandnarben, die aber, wenn der Baum nicht zu stark geschädigt ist, wieder verheilen. Die Zapfen der Riesenmammutbäume öffnen sich erst nach einem Waldbrand. Nachdem alle konkurrierenden Pflanzen verbrannt sind, können die Samen ungestört in der nährstoffreichen Ascheschicht keimen. Unter so großen Bäumen standen wir zwar nicht, kamen uns aber trotzdem klein vor. Wir machten lange Pause und ich träumte in den blauen Himmel und bemerkte zum ersten Mal, dass kleine weiße Wölkchen nicht angesegelt kamen und mit anderen zu einer größeren Wolke verschmolzen, sondern dass sie aus dem Nichts entstehen und wachsen. In Zeitrafferaufnahme könnte man das in einen Science-Fiction-Film einbauen. Endlich fuhren wir weiter und mussten bald halten, um eine Elchkuh mit ihrem Jungen vorbeizulassen. Doch die Kinderstube hatte damit noch kein Ende, ein paar Kilometer weiter suchte sich eine Schwarzbärin mit ihren zwei Jungen das Abendfutter. 100 km kein Haus, nur Wald, und das nennen die Kanadier langweilig? Wir waren glücklich und nahmen den ersten Campingplatz, der sich anbot, um die Erlebnisse des heutigen Tages zu verdauen. Es war ein Platz am Purden Lake, ca. 60 km vor Prince George. Hier gab es sogar homemade bread, ein Brot aus dem Brotbackautomaten, wie wir es von zu Hause kennen. Der Platz war fürchterlich. Die ersten Reihen am See waren belegt von Dauercampern mit einer Kleingartenatmosphäre, wie wir sie von zu Hause her kennen. Aber da wir weiter hinten im Wald standen, konnten wir es gut übersehen, wir durften nur nicht zum See gehen Hier ein paar Bilder. Mault nicht, Bärenfotos werde ich euch hoffentlich noch viele servieren können. |
||||||
![]() Campingplatz bei McBride |
![]() Fraser River |
![]() Familie Moose (Elch) |
![]() Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) |
![]() Ich werde auch noch groß! |
![]() |
| |