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05.06. - |
Über den Kootenay NP nach Banff und Jasper,
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05. Juni: In den Kootenay Nationalpark Die Hot Springs in Fairmont gefielen uns nicht, deshalb fuhren wir weiter nach Radium Hot Springs. Das 40° warme Becken bot Ausblick auf schroffe Felswände, die Sonne schien, da konnte man wohlig alle Viere von sich strecken und träumen. Plötzlich zerriss ein Schrei die Stille: PANAMERIKANA. Alle zuckten zusammen, ich schluckte Wasser - Susi und Rainer waren angekommen. Verwunderlich, wie das ohne Absprachen klappt. Zwei Stunden ließen wir uns garen und als sich die ersten Auflösungserscheinungen zeigten, kletterten wir wohlig ins Auto. Dieses Mal verabredeten wir uns für den nächsten Abend auf dem Campingplatz in Banff zu Lagerfeuer, Grillwürstchen, Whiskey und Liedern zur Gitarre. Wir fuhren weiter in den Kootenay Nationalpark und waren überwältigt. Bisher träumten wir von der Kulisse am TCH (Transcanada Highway) 1 von Banff nach Lake Luise. |
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Von jetzt an werden wir vom Kootenay Nationalpark träumen. Die Felsformationen, die uns begleiten, haben einfach zu wilde Formen. Dazu kommen die Schneehäupter und unten über die gesamte Breite des Tals und in sanftem Bogen die Hänge hinauf hohe Schwarzfichten, die es nur hier im Norden Nordamerikas gibt, mit ihrer typischen schlanken Form. Ein traumhafter Anblick. Immer wieder mussten wir anhalten und schauen. Wir konnten uns nicht trennen und so machten wir auf dem nächsten Campground halt. Mitten im Wald mit Blick auf einen Bach waren wir mit der Natur alleine. Was wollten wir mehr?
06. Juni: Nach Banff Wie gut, dass wir ungetrübt von "unserem" Kootenay träumen konnten, denn heute kam der Schock. Auf dem zweiten Abschnitt des Tals hatte 2003 ein Waldbrand gewütet, der nichts übrig gelassen hatte. Bis heute ist hier nichts Neues gewachsen. Mahnend zeigen die Baumstämme in den Himmel. Ein Anblick zum Heulen. Banff. Ein Touristenort par Excellance. Den brauchten wir nicht, aber aus zwei nostalgischen Gründen sind wir hier. Vor fünf Jahren hatten wir einen traumhaften Rundblick vom Sulphur-Mountain über die Bergwelt und auf dem Campingplatz begrüßten uns damals die ersten Hirsche. Das Wetter war zwar bewölkt, aber die Sicht noch gut. Wie es Morgen werden würde, wussten wir nicht, also wollten wir lieber heute noch auf den Berg. Auf dem Parkplatz trafen wir Susi und Rainer, da machten wir die Tour gemeinsam. Die Entscheidung war richtig, wir hatten eine tolle Sicht und konnten unsere Erinnerung mit neuen Bildern bereichern. Auf dem Campingplatz das zweite Geschenk: vor unserem Stellplatz lag gemütlich ein Maultierhirsch und kaute vor sich hin. Zwei weitere ästen nicht weit davon. Gil musste auf Fotojagd gehen und kam nicht nur mit 80 Hirschbildern wieder, sondern auch mit 77 Ground Squirrel (Erdhörnchen) Bilder zurück. |
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Da fühlten wir uns doch gleich zu Hause. Bald kamen Susi und Rainer, das Lagerfeuer brannte schon. Nach einem gemütlichen Essen - Susi hatte zum Nachtisch Crepes gebacken - wurde die Gitarre rausgeholt. Doch der Wettergott musste wohl meine Musik nicht gemocht haben, denn es fing an zu regnen, so dass der Abend ein frühes Ende fand. Es war trotzdem schön. 07. Juni: Zum Mosquito Creek am Icefield Parkway Wieder einmal verabschiedeten wir uns von Susi und Rainer, als wäre es das letzte Mal. Wer weiß? Auf dem alten TCH 1 ging es nach Lake Luise, weiter auf Nostalgiekurs. Wie gut, dass wir gestern auf den Berg gefahren sind, heute hingen die Wolken so tief, dass wir die Gipfel nicht sahen. Aber die heutige Nebenstraße hat auch bei schlechtem Wetter ihren Reiz. Der Wald fasste die Straße ganz ein und Schilder warnten vor Bären. Doch wir sahen leider keine. Aber der Weg ist mit seinen vielen Lookouts auch so wunderschön. Lake Luise war nur ein Etappenziel, wir brauchten nur das Visitor-Center, um uns mit neuen Karten einzudecken. Ein Abstecher brachte uns zum Lake Morraine. Hier herrschte noch tiefer Winter. Der Schnee war zwar geräumt, aber der Himmel hatte sich verdunkelt, Regen prasselte herunter und es war saukalt. Auf dem See schwammen noch die letzten Eisschollen, aber die Felsenkulisse passte zu dem Wetter. Traumhaft, hier kann man bei gutem Wetter bestimmt gut wandern. Warum man sich dann den Lake Luise anschaut, weiß ich nicht, der Lake Morraine hat die gewaltigere Kulisse. Auf dem Parkplatz sahen wir wieder einmal Susi und Rainer, die von hier in den Soho- Nationalpark abbiegen wollten, während wir weiter Richtung Jasper wollten. Mal sehen, was das Schicksal daraus macht. Wir fanden bald auf einem einfachen Campground am Mosquito Creek einen traumhaften Platz direkt am Bach. Noch während wir uns einrichteten, kam ein amerikanisches Wohnmobil mit deutschem zusätzlichen Kennzeichen: Wir lernten Marion und Günter aus der Lüneburger Heide kennen. Die Beiden sind seit neun (!) Jahren zwischen Alaska uns Phönix unterwegs und haben noch lange nicht alles entdeckt. Sie luden uns zu einem Glas Wein ein und wir konnten aus ihren großen Erfahrungen schöpfen. Es wurde sehr spät. Noch viele schöne Erfahrungen ihr Beiden! 08. Juni: Nach Jasper Die Nacht war gar nicht so kalt wie erwartet, um 8 Uhr schien sogar die Sonne. Leider bezog es sich schnell wieder, der Wettervorhersage musste ja Genüge getan werden. Es ging weiter auf der 93 nach Norden durch das traumhafte Tal des Jasper Nationalparks. Ab und zu gelang es der Sonne, ein paar Strahlen auf die schneebedeckten Felshänge zu schicken, die dann in strahlendem Weiß in dem Grau aufleuchteten. Hier musste es Tiere geben. Und tatsächlich, ein Schwarzbär äste geruhsam am Straßenrand und ließ sich nicht von den Autos stören. Gil war glücklich. Am Liebsten würde sie stundenlang hier warten, bis der Bär wieder käme. Ein Stück weiter entdeckten wir ein Bighorn Sheep, ein Dickhornschaf, dass es nur hier in Kanada gibt. Ein stämmiges Tier, der Körper passt zu den Hörnern. Das Columbia Icefield fiel wegen Nebel und Hagel aus. Über die Nebenstrecke, den Highway 93a ging es nach Jasper. Wieder hatten wir Glück, ein Schwarzbär, ein großes Exemplar ließ sich von uns nicht stören. Der Frühling schien ihm so im Fell zu jucken, dass er sich hoch aufgerichtet den Rücken an einer Fichte rieb. Hier ist die totale Einsamkeit. Viele Autos fahren hier nicht, ihnen ist die Asphaltdecke nicht glatt genug. Doch nach Überwindung der Carretera Austral ist das hier für uns eine Superstraße. Wir waren mit unserem Bären allein. Nachdem er seine Frühlingsfellpflege beendet hatte, grüßte er noch einmal zu uns herüber und verschwand im Wald. An wie viel Tieren wir wohl vorbeifahren, ohne sie wahrzunehmen? |
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| Die Campgrounds vor Jasper waren alle noch geschlossen, der Frühling hatte sie noch nicht erreicht. So mussten wir den teuren Platz nehmen, den wir damals auch schon besucht hatten. Hier wurde vor extrem aggressiven Elchkühen gewarnt, da die Kitze schon da waren und die Mütter überaus sensibel seien. Auf 1.000 m Höhe ist es hier richtig warm und wir erwarten heute Nacht keine Kälte. |
| 09.Juni: Nach Miette Hot Springs Dass die Warnungen vor Elchen nicht grundlos sind, sahen wir heute Morgen: eine trächtige Elchkuh spazierte äsend in aller Ruhe an unserem Platz vorbei. Welch schöne Tiere! Das Wetter entsprach fast der Vorhersage, die Wolken hingen tief und dunkel an den Bergen, aber es regnete nicht. Das störte uns nicht, denn wir wollten heute das Thermalbad Miette Hot Springs besuchen, um unsere Knochen mal wieder aufzuwärmen. Doch zuvor musste unser Lebensmittelvorrat ergänzt werden. Der einzige Supermarkt von Jasper hatte dementsprechende Preise, aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Wir kamen an dem Waschsalon vorbei, der als Service ein Café angeschlossen hat, das auch Wifi hat. Das kennen wir schon und wir werden es in vielleicht zwei Tagen besuchen. |
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Trächtige Elchkuh |
Miette Hot Spring |
| Inzwischen hat sich das Wetter an die Vorhersage erinnert und es hatte zu regnen begonnen. Es sollte den ganzen Tag nicht mehr aufhören. Von dem wunderschönen Weg in die Berge nach Miette sahen wir nicht viel, die Wolken hingen zu tief, da mussten wir schon unsere Erinnerung bemühen. Dafür war das 38° warme Wasser eine Wohltat und Trost. Auf dem Campground Pokahontas am Abzweig nach Miette fanden wir wieder ein schönes Plätzchen im Wald. |