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Gestern hatte Kurt für den Abend noch angekündigt, dass er die beiden
Grills anwerfen würde. Alle nutzten die Gelegenheit und so trafen wir
uns wieder in der Mitte zu feuchtfröhlicher Runde. Dieses Mal war die
Gitarre mit dabei und Alle sangen mit. Um 21 Uhr war Platzruhe, die auch
eingehalten wurde.
Das Wetterleuchten, das unsere Grillparty begleitete, führte zu keinem
Regen und die Höhe von 1.200m bescherte uns eine erste kühle Nacht.
Die tiefe Wolkendecke von gestern war verschwunden und der Morgen bescherte
uns blauen Himmel. Die erste Sonne tauchte die Felszinnen an unserem Platz,
die wir gestern kaum ahnen konnten, in dunkles Rot und zeigte uns, dass
wir genau an dem spektakulären Amphitheater standen, einer 8 km langen,
fast senkrechten Felswand, die 1.000 m hoch ist. Welch ein Anblick! Während
wir frühstückten, tauchte die Sonne diese Felswand in gleissendes Licht.
Bei diesem Wetter war die Fahrt an den Drakensbergen entlang sehr eindrucksvoll.
Wir konnten uns aber keine Musse lassen, hatten wir doch ein Meeting mit
den Basotho. Diese sind ein aus Lesotho stammendes Bergvolk. Eigentlich
handelt es sich um ein Mischvolk, das im Laufe des 19. Jahrhunderts entstand.
In Basotho Culturel Village, einem Dorf im QwaQwa National Park, etwa
20 km östlich des Golden Gate National Park an der Grenze zu Lesotho wurde
uns anschaulich die Geschichte, Kultur und den Lebensstil des Volkes demonstriert.
Wir konnten den Baustiel durch die Jahrhunderte verfolgen und uns ein
Horoskop für die Zukunft erstellen lassen.
Weiter ging es in die Berge, in den Golden Gate Nationalpark. Da die Strecke
heute kurz war, konnten wir uns Zeit lassen und oft anhalten. Sie war
es auch wert. Wenn die Felsen, die überall schroffe Skulpturen bildeten,
ein wenig an die Dolomiten erinnerten (jedenfalls nach Meinung unserer
süddeutschen Reiseteilnehmer), so kontrastierten die sanft geschwungenen
und mit einem wie ein Meer wogenden Gras bewachsenen Abhänge herrlich
dazu. Da war es besonders schön, dass zwei Rundwege durch diese Einsamkeit
die Möglichkeit boten, uns noch länger hier aufzuhalten. Man sollte auch
hier Bergzebras sehen können. Wir haben keine gesehen, aber auch keine
vermisst. Wir konnten uns auch so nicht sattsehen! Am Horizont bildeten
die zacken der Drakensberge den Abschluss.
Unser Standplatz im Glen Reenen Camp lag am Fusse so einer schroffen Felsformation.
Wir waren mittlerweile ca. 2.000m hoch und zum ersten Male musste ich
eine Jacke herausholen. In der Nacht wurde es sogar so kalt, dass mir
der Bezug nicht mehr reichte und ich zusätzlich eine Decke brauchte.
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Um 5:30 Uhr rasselte der Wecker. Ausschlafen Fehlanzeige! Heute wollten
wir durch Lesotho fahren, eine Strecke von 440 Km und sehen wollten wir
dabei auch noch etwas. Heute sollte es durch das Königreich Lesotho gehen.
Waren meine Vorstellungen von Lesotho bisher die von Klein Fritzchen (Negerkinder
in Baströckchen spielen vor grasbedeckten Rundhütten im Negerkraal), sind
sie in Basotho Cultural Village ein wenig zurechtgerückt worden, wo wir
ja den Hausbau der Basotho seit dem 19. Jahrhundert kennengelernt haben,
rechteckig gemauerte Hütten mitten mit mehreren Zimmern. Rondavels sahen
wir nur vereinzelt, aber das Land machte einen armen Eindruck. Wir sahen
etliche, wenn auch kleine Felder, auf denen Mais angebaut war, der aber
einen unterentwickelten und dünnen Eindruck machte. Ob das an der Höhenluft
lag, wir befanden uns im Durchschnitt so 1.700 m Höhe, weiss ich nicht.
Den gleichen Eindruck, machten die Maisfelder an den Hütten. Ausser Mais
sahen wir nur ein Paar Kornfelder, die den gleichen Eindruck machten.
Ganz anders die Hauptstadt Maseru. Hier fanden wir eine moderne Stadt
mit über 200.000 Einwohnern (ca. 316.000 mit Speckgürtel) der 1,8 Mio.
Einwohner des Landes. Damit konzentrieren sich 13 Prozent der Bevölkerung
in der Hauptstadtregion.
Die Arbeitslosigkeit im Land beträgt etwa 35 % und ist damit eine der
höchsten weltweit! Lesotho gehört, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen, zu
den ärmsten Ländern der Welt und ist sehr stark landwirtschaftlich geprägt.
Der Anteil der Bevölkerung, der von weniger als einem US-Dollar pro Tag
leben muss beläuft sich auf ca. 43 %. Die grosse Mehrheit der Bewohner
lebt entweder von für den Eigenbedarf produzierten landwirtschaftlichen
Gütern, oder als Wanderarbeiter, vorrangig in den Minen Südafrikas.
Wovon die Basotho wirklich leben, ist mir schleierhaft. Vieh sahen wir
kaum und die Felder an den Hütten sind so kümmerlich, dass davon keine
Familie leben kann. Und doch sind die Basotho ein fröhliches Volk, freundlich
und entgegenkommend.
Das Königreich Lesotho ist eines der kleinsten Länder Afrikas und hat
mit 30.355 km² etwa die Grösse Belgiens. Der grösste Teil des Landes liegt
auf einem Hoch-plateau, dem sogenannten Highveld (Als Veld (afr.: "Land")
bezeichnet man in Südafrika hauptsächlich die abgelegenen Regionen im
östlichen Binnenland. Ent-fernt lässt sich der Begriff mit dem australischen
Outback, der argentinischen Pampa oder dem neuseeländischen High Country
vergleichen.), welches das Hauptsiedlungsgebiet des Landes darstellt und
grösstenteils aus Sandstein besteht. Die östlichen Hochflächen und Berge
liegen teilweise über 2000 m hoch und sind aus Basalt, das durch vulkanische
Eruptionen vor mehreren Millionen Jahren entstand. Im westlichen Teil
liegt das Land auf etwa 1400 bis 1600 m. Nahezu sichelförmig, beginnend
im Südwesten und endend im Norden, wird das Land von den Drakensbergen
(in Lesotho Maloti-Berge genannt) umgeben. Das BIP (Bruttoinlandsprodukt)
in Lesotho liegt bei 702 $, das bedeutet Platz 143 in Weltrangliste (Swaziland
2.298 $, Platz 105 und Deutschland: 35.075 $, Platz 17).
Der Grenzübertritt nach Südafrika war genauso unspektakulär wie die Einreise
nach Lesotho. Der Campground in Aliwal North besticht durch sein Thermalbad.
In 32°C warmem Solebad konnten wir den Tag wohlig beschliessen.
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In der Nacht tobte ein Gewitter um uns, dessen Donnergrollen die Wohnmobile
erzittern ließ. Wir hatten das Gefühl, als entlud sich das Gewitter unmittelbar
ü-ber uns in geringer Höhe und wurde nur durch die über 200 Jahre alten
Eukalyp-tusbäume um uns herum daran gehindert noch tiefer herabzusinken.
Nach einiger Zeit kam der Regen hinzu, doch da waren die Fenster schon
zu und wir dreh-ten uns zur nächsten Schlafrunde herum.
Mit dem Frühstück ließen wir uns Zeit und genossen den sonnigen Morgen
und wären nicht Pfützen gewesen, nichts ließ an den nächtlichen Spuk erinnern.
Die 300 Km heute sind überschaubar. Das Roadbook spricht von "anfangs
mono-toner Strecke", was wir nicht nachvollziehen können. Das "Nichts"
ist zwar schwer zu beschreiben, aber jeder Norwegen- und Islandfahrer
(die Australien- und Amerikafahrer wohl auch) liebt diese Weite, die sanften
Wellen des Graslandes, das vom Wind gestreichelt wird. Hügel mit Kuppen,
die durch die Erosion die skurrilsten Formen verliehen bekommen haben,
bieten immer wieder neue Bilder, die sich nach jeder Kurve veränderten.
Selten einmal war eine Farm zu sehen, meistens verrieten nur Hinweisschilder,
dass irgendwo dort draussen Menschen lebten. Die Farben, vom Gelbgrün
und Braun zu dem blassen Blau des Himmels, durchliefen alle Farben der
Skala. Wir konnten uns nicht sattsehen und mussten oft anhalten. Zwei
Pässe vor Graaff Reinet, der Lootsberg Pass mit 1.787m und der Naudésberg
Pass mit 1.446m Höhe boten uns unvergessliche Fernsichten.
Graaff Reinet, eine Kleinstadt, glänzt durch viele Bauwerke im kapholländischen
oder viktorianischen Stil. Hier bezogen wir unser Camp, wieder ein schöner
Platz unter alten Bäumen. Der Swimmingpool erwies sich als gestauter Bach,
was aber der Erfrischung keinen Abbruch tat.
Heute Abend war ein Candlelight Dinner in The Drostdys, einem geschichtsträchtigen
historischen Haus, angesetzt. Die Aussicht auf einen Abend im Raum bei
einem Sieben-Gänge-Menü hatte für uns nichts Verlockendes. Wir verbrachen
den Abend lieber im Camp an der frischen Luft in wunderbarer Stille bei
Steak, Windhoek Lager und einem Famous Grouse.
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Die Landschaft begann heute anders. Das wogende Grasland war verschwunden,
vertrockneter, harter Bewuchs auf sandigem Untergrund, der in großen Flächen
hervortrat, bestimmte das Bild. Kakteen häufen sich. Hier merkte man,
dass Graaff Reinet das Tor zur Karoo ist: dies sind die Ausläufer dieser
Halbwüste. Es gibt auch Leben hier, Springbockherden ließen sich von Zäunen
nicht aufhalten, Schafe und Ziegen, die so puschelig sind, dass wir sie
im ersten Augenblick für Schafe gehalten haben (wir sind auf der Merino-Route:
gibt es Merino Ziegen?). Auch einzelne Menschen haben sich hier angesiedelt.
Was mag einen wohl bewogen haben, hier eine Farm zu betreiben?
Nach einhundert Kilometern tauchen Hügel auf, Buschwerk mach das Land
undurchdringlich und doch sehen wir vereinzelte Kühe.
Dann der Abzweig in das Sundays River Valley. Wir meinen plötzlich in
einer anderen Welt zu sein. Obstplantagen beherrschen das Bild. Sattgrüne
Zitrusbäume voller Früchte über ´zig Kilometer. Dazu Oleanderbüsche, mehrere
Meter hoch. Mittendrin der Ort Kirkwood, ein blühendes Städtchen.
Genauso plötzlich wie es begann war das Paradies zu Ende und undurchdringliches
Buschveld begann, der Addo Elephant Nationalpark.
Der Addo-Elephant-Park liegt im Süden von Südafrika in der Provinz
Eastern Cape, 70 km nord-östlich von Port Elizabeth im Sundays River Valley.
Das Reservat wurde 1931 zum Schutz der 11-16 letzten überlebenden Elefanten
eingerichtet, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht zum Opfer von Elfenbeinjägern
oder Farmern geworden waren. Im Jahr 2004 lebten hier über 300 Elefanten.
Der Addo-Elephant-Park ist mit seinen 160 km² das von Elefanten am dichtesten
besiedelte Gebiet der Welt. Es hat mittlerweile das ökologisch vertretbare
Maximum an Elefanten erreicht. Elefanten aus größter Nähe beobachten zu
können, ist Besuchern des Reservats fast garantiert. Ebenfalls zu sehen
sind hier Kudus, Büffel, Elenantilopen, Kuhantilopen, Buschböcke, Zebras,
seit 2003 Löwen und natürlich gibt's auch Warzenschweine.
Der Park macht seinem Namen alle Ehre. Auf verschlungenen Wegen fuhren
wir auf Safari. Die Hitze von über 34°C im schatten trieb die Tiere an
die Wasserlöcher. Stundenlang saßen wir im Auto und schauten den Elefanten
zu. Bis zu 60 Elefanten waren rund um das Wasserloch zu beobachten. Spannend
war es. Zwei gewaltige Bullen standen unbeweglich, den Autos zugewandt,
die sie nicht aus den Augen ließen. Nur die gewaltigen Ohren fächelten
unentwegt Luft oder woll-ten sie so nur besser jeden Schall einfangen?
Sie ließen sich durch das Getolle der Halbstarken und Kleinen hinter sich
nicht stören, auch das Wasser lockte sie in dieser Hitze nicht. Dazwischen
wuselten Warzenschweine umher. Nach langer Zeit machte sich die Herde
langsam auf den Weg. Wir standen wohl auf ihrem gewohnten Pfad, doch das
kümmerte sie nicht. Dicht zogen sie vor und hinter uns am Wohnmobil vorbei,
sammelten sich auf der Straße, ließen sich viel Zeit dabei, die Autos
mussten eben warten, sie waren die Herren hier! Ein unvergessliches Erlebnis!
In unserem Rest Camp am Eingang des Parks durchlebten wir diese Stunden
noch einmal beim Anschauen der Bilder.
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Der gestrigen Hitze folgte heute ein dunkelgrauer Himmel mit Dauerregen.
Das Wetter war so schlecht, dass wir alle angebotenen Highlights ausfallen
ließen. Von der Küste war wenig zu sehen, ebenfalls verschwand der Canyon
des Storms Rivers hinter Regenwolken, den Besuch des Big Trees ließen
wir wegen Reges ausfallen. So kamen wir relativ früh im Tsitsikamma Nationalpark
an. Wir mussten mit Plätzen in der zweiten Reihe vorlieb nehmen, den Blick
auf das Meer versperrten uns Caravans. Der starke Wind rüttelte an den
Wohnmobilen. In den seltenen Regenpausen gingen wir an das Steilufer und
schauten der Brandung zu. Unermüdlich rollten die Wellen aus dem verschwommenen
dunklen Horizont heran, bauten sich zu mehr als zwei Meter Höhe auf, ehe
sie an hoch aufgischtend den Felsen brachen. Ungemütlich war es draussen.
Ein fauler gemütlicher Nachmittag stand uns bevor.
Der Tsitsikamma-Nationalpark mit einer Fläche von 5.373 ha wurde 1964
eröffnet und erstreckt sich über fast 100 km entlang der Küste zwischen
Cape St. Francis und Plettenberg Bay. Er umfasst nicht nur den ursprünglichen
Urwald an Land sondern auch einen 5,5 km breiten Streifen des küstennahen
Meeres. Die Vegetation ist sehr üppig und vielfältig. Der dichte Wald
mit seinen alten, bis zu 40 m hohen Bäumen ist einer der letzten Urwälder
Südafrikas. Der Name Tsitsikamma bedeutet angeblich in der Sprache der
Khoikhoi soviel wie "wasserreicher Platz" bzw. "Geräusch von fließendem
Wasser".
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Der Morgen begann grau, doch bis der Kaffee fertig war, schaffte es die
Sonne sich durchzusetzen und je weiter der Tag fortschritt, desto mehr
verschwanden die Wolken. Ein strahlend blauer Tag verschönte uns die Sicht
auf die Küste des indischen Ozeans. Der Wind hatte kaum nachgelassen,
so dass die Brandung uns immer wieder neue atemberaubende Bilder schenkte.
Der Wind war aber auch gefährlich, gaukelte er uns doch Kühle vor, wo
uns die fast senkrechte Sonne schon verbrannte.
Ein wundervoller fauler Sonnentag!
Auf dem kargen Gras an der Küste beobachteten wir ein seltsames Tier,
das ewig zu grinsen scheint: Es handelt sich um einen Klippschliefer
(Procavia capensis), ein kaninchengroßes Tier, das in trockenen und felsigen
Gebieten Afrikas und Westasiens vorkommt. Es wiegt etwa 2 bis 4,5 kg.
In der Farbe sind Klippschliefer sehr variabel; alle Brauntöne können
vorkommen. In der äußeren Gestalt ähnelt s einem Pfeifhasen oder einem
Murmeltier. Seine ansonsten kaum erkennbare Verwandtschaft zu den Elefanten
und Seekühen wird an den beiden ständig nachwachsenden Zähnen im Oberkiefer
sichtbar. Das ist kein Witz, das Internet hat mir das bestätigt!
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Wieder war das Wetter uns hold, um die Garden-Route mit ihren herrlichen
Sandstränden ins rechte Licht zu setzen. Plettenberg Bay - laut Reiseführer
sollte hier bis Januar der Bär los sein, um dann ab Februar in einem Provinzschlaf
zu versinken. Zum Glück behielt er Recht und der Strand war leer.
Als Bedienung sahen wohl vereinzelt Schwarze, sonst nicht. Erst recht
nicht in dem feudalen Einkaufszentrum Pick´n Pay. In dem gesamten Badeort
sieht man weniger Schwarze als in Bremen! Was ist hier Afrika? Nach meiner
bisherigen Vorstellung ist es in Afrika heiß. Eine erbarmungslose Sonne
brennt, das Land ist trocken - es ist das Land der Schwarzen!
Doch nichts davon stimmt hier. Es ist ein grüner, blühender Landstrich,
Weiße leben hier, haben klotzige Bauten und Badeorte wie Scharbeutz oder
Westerland. Beim Verlassen von Plettenberg Bay sahen wir auf der anderen
Straßenseite - getrennt wie durch eine Grenze - eine Siedlung der Schwarzen,
kleine, schiefe Holzhütten, die wir nicht einmal in einem Kleingarten
dulden würden. Wovon sie leben ist mir schleierhaft. Dieser Gegensatz
scheint Afrika zu sein, zumindest hier in Südafrika. Ich bin gespannt,
wie dieser Konflikt gelöst werden wird. Hoffentlich friedlich!
Unterwegs machten wir Halt an der größten Voliere der Welt, des Birds
of Eden Bird Sanctuary. 2,2 Hektar sind mit Netzen überspannt und beherbergen
die verschiedensten Vogelarten. Von Papageien über verschiedene Ibisarten,
Enten usw. Über 200 Spezies kann man bei entsprechender Geduld und Kenntnis
identifizieren. 900 Meter Wege führen durch das Gelände. Ein Kakadu setzte
sich Gil auf die Schulter und schäkerte mit ihr. Als er nach ihrer Brille
schnappen wollte, ging das schief und er knipste sie dicht unter dem Auge
so sehr in die Wange, dass es blutete. Es wurde schnell dick und brannte.
Trotzdem war es ein Erlebnis, sich diesen Zufluchtsort anzuschauen.
Hinter Knysna machten wir Halt in dem Lake Brenton Holiday Resort. Der
starke Wind schmälerte die schöne Aussicht auf die Lagune nicht. Ein wunderschöner
Platz.
Am Abend trafen wir uns, um den Geburtstag unserer drei Geburtstagskinder
zu feiern, die sich zusammengetan hatten und Wein und Bier bis zum Abwinken
bereitgestellt hatten. Kurt hatte Klippfisch besorgt, den er briet, dazu
hatten einige Salate gemacht, so dass es ein feuchtfröhlicher Schlemmerabend
wurde.
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Der heutige Abstecher führte uns ins Inland, in die Kleine Karoo. Wir
wollten noch einmal afrikanisches Wüstenklima schnuppern. Doch daraus
wurde nichts. Der Himmel verdunkelte sich und auf der Fahrt über die Outeniqua-Berge
fing es an zu nieseln. Wir kamen durch ein Tal, in dem Hopfen und Wein
gedieh, danach wurde es, nachdem wir den dritten Pass überquert hatten,
trockner. Die Berge waren nicht hoch, auch die Pässe erreichten nur 800
m, doch macht die Landschaft den Eindruck, als wären wir über 2.000 m
hoch.
Oudtshoorn (ca. 60.000 Einwohner) ist die bedeutendste Stadt der "Kleinen
Karoo" in der Provinz Western Cape. Die erst 1847 gegründete Stadt liegt
zwischen den Swartbergen im Norden und den Outeniqua-Bergen im Süden am
Gobbelaars River. Die Stadt ist das Zentrum der südafrikanischen Straußenindustrie,
die Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Glanzzeit hatte. Zu dieser Zeit waren
Federboas in Mode, die man auch noch hier erstehen kann, aber der größere
Absatz wird mit Staubwedeln erzielt.
Wir besichtigten eine Straußenfarm. Auf dem Parkplatz machte uns Carol,
unser Guide bei dieser Führung, auf Bäume aufmerksam, die hier in großer
Menge stehen: es handelt sich um Pfefferbäume, an denen an langen Rispen
rote und grüne Körner hängen. Schon beim Reiben der Blätter entsteht starker
Pfeffergeruch und die Körner schmecken gut pfeffrig. Von Pfefferbäumen
habe ich nie etwas gehört, ich dachte, Pfeffer wächst nur an Sträuchern.
Hier wurde ich eines Besseren belehrt, was mir auch Wikipedia bestätigte:
Pfeffer (Piper) ist eine Gattung der Pfeffergewächse (Piperaceae).
Sie umfasst mehr als tausend Sträucher, Lianen und Bäume unterschiedlicher
Größe und Gestalt.
Dann aß ich zum ersten Mal mit Bewusstsein (angeblich hatte ich es schon
einmal gegessen) Straussensteaks. Sie waren sehr zart und schmackhaft.
Dazu gab es Straussenrührei, was mich nicht vom Hocker holte, es schmeckte
etwas krisselig. Dann wurden uns die Produkte vorgeführt, die ein Strauss
so produziert: die verschiedenen Federarten und natürlich die Eier, die
schon beeindruckend sind. Aber am Meisten überraschte mich die Dicke der
Haut, aus denen z.B. Handtaschen gemacht werden. Natürlich zeigte man
uns auch Straussenbabies und deren Eltern. Irgendwie machen auch diese
Tiere den Eindruck, als wären sie aus vergangenen Zeiten übrig geblieben.
Dann ging es nach Oudtshoorn auf den Campingplatz, der als mehrfach ausgezeichneter
Platz beschrieben wurde. Da muss es wohl keine Mitbewerber gegeben haben,
er war zwar besser als alle, die wir auf der Asientour erlebt haben, aber
der schlechteste bisher auf dieser Reise!
Vom Wüstenklima, vor dem Einheimische uns vorher gewarnt hatten, war immer
noch nichts zu spüren, es regnete und blitzte am Abend, das tat der Gemütlichkeit
jedoch keinen Abbruch.
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Heute Morgen regnete es immer noch und es wollte nicht richtig hell werden.
So ließen wir uns Zeit und drömelten so vor uns hin. Endlich machten wir
uns auf den Weg zum 90 km entfernten Mossel Bay. Wieder mussten wir die
Outeniqua-Berge überqueren. Über den 860 m hohen Robinsonpass quollen
die Regenwolken, die uns nach dem Pass einhüllten. Kurz vor Mossel Bay
auf den letzten Höhenmetern des Gebirges kamen wir aus den Wolken heraus
und sahen die Stadt vor uns.
Mossel Bay (afrikaans Mosselbaai, so steht es auf allen Straßenschildern)
hat ca. 35.000 Einwohner. Der portugiesische Seefahrer Bartolomeu Diaz
entdeckte die Bucht Mossel Bay am 3. Februar 1488 während seiner Afrikaumfahrung.
Damit ist die Mossel Bay die Stelle der ersten Landung von Europäern an
der Ostküste Südafrikas.
Unterhalb vom Leuchtturm fanden wir auf dem Campingplatz noch einen Platz
mit Meerblick. Ein Spielchen begann: Sonne da, Stühle, Buch und Kaffee
raus, gemütlich hinsetzen, skeptisch gucken, Regentropfen, alles wieder
rein. Sonne wieder da usw. …
Am Abend gingen wir im Szenelokal The Kingfisher essen. Wie versprochen
war es fantastisch!
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Mossel Bay verabschiedete und mit Regen. Da half uns die heutige große
Etappe von über 340 km zu bewältigen.
Nur Regen und eine Autobahn ähnliche N2 bis Swellendam. Wir benutzten
den Einkaufstop zu einem gemütlichen Kaffeetrinken. Hier in Swellendam
müssen kleine Menschen leben: die Straßenschilder waren nicht wie üblich
an Pfählen angebracht, sondern am Bordstein. Es dauerte einige Zeit, bis
wir sie entdeckten.
Die Stadt hatte eine Käferplage. Millionen maikäfergroße Käfer krabbelten
oder lagen zertreten herum. Das besonders Eklige war, dass ihr Körper
in einem langen Stachel auslief. Gefährlich schienen sie aber nicht zu
sein, denn sie regten Keinen auf. Sie krabbelten in´s Café herein, vor
dem Supermarkt stand einer mit einem Besen und kehrte sie immer wieder
hinaus.
Der Regen durchnässte uns auf dem Weg zum Womo bis auf die Haut. Hinter
Swellendam bogen wir Richtung Kap Agulhas ab. Das graue Wetter liessen
wir hinter uns, vor uns strahlend blauer Himmel. Das Land: endlose Weite,
endlose abgeerntete Kornfelder. Kraniche segelten majestätisch über uns
hinweg, um sich dann fotogen auf der Wiese in Szene zu setzen. Kap Agulhas
zeite sich als stilvoller, verschlafener Badeort.
Über dem Kap Agulhas, dam südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents,
dem Treffpunkt von indischem und atlantischem Ozean wachte der Leichtturm.
Eine einsame Robbe posierte auf einem Felsen (Angestellte der Kurverwaltung?).
Im kleinen Hafen genossen wir Calamari. Besser konnten sie nicht sein!
Gerne wären wir noch länger geblieben, wie immer zog mich das Meer in
seinen Bann, doch unser Tagesziel war noch weit. vv Wir folgten einer
Gravel Road durch den Naturpark Agulhas. Schilder machten auf Schildkröten
aufmerksam, die wir dann auch gemächlich die Strasse überqueren sahen.
Schliesslich erreichten wir unseren Campingplatz Uilenkraalsmond Holiday
Resort an einem Lagunenausgang zum Meer gelegen. Ein schöner Platz. Nach
einem Strandspaziergang sassen wir noch lange am Feuer zusammen.
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Das strahlende Wetter war geblieben, kein Wölkchen war zu sehen. Wir sollen
uns wohl daran erinnern, dass es in Afrika auch Sonne gibt!
Unsere Strasse führte uns auf das Gebirge zu. Steil und abweisend schirmte
es das Hinterland ab. Eine dicke weisse Wolkenwelle wälzte sich über die
Gipfel. Es sah bedrohlich aus, doch noch bevor sie die Hälfte des Abhangs
hinter sich hatte, löste sie sich in Nichts auf. Ein beeindruckendes Schauspiel!
Am Gebirgszug entlang folgten wir der Küste. Sightseeing vom Feinsten!
In Bettys Bay versprach der Stony Point Pinguine. Eine große Kolonie afrikanischer
Pinguine (Brillenpinguin, Spheniscus demersus) konnten wir betrachten.
Die Letztjährigen etwas grauer und pflauschiger, die Alten standesgemäss
im Frack. Gebrütet wurde auch eifrig. Lange konnten wir schauen.
Weiter ging es die Küstenstraße entlang. Alle paar hundert Meter gab es
eine Parkplatz, um die atemberaubende Aussicht über die Bucht geniessen
zu können. Wir fanden einen schönen Platz, von dem aus wir sogar ans Meer
konnten. Richtig für eine ausgedehnte Mittagspause. Vor uns tummelte sich
eine Schule Delphine, Kormorane sonnten sich auf den Felsen, Möwen kreischten
über ihnen und auf der anderen Seite der Bucht war das Kap der guten Hoffnung
zu sehen. Warum sollten wir hier wieder weg wollen?
In Gordon´s Bay verliessen wir die Bucht, um in einem 80 km langen "Umweg"
die in Reiseführern gepriesene Vier-Pässe-Tour fahren wollten. Der höchste
Pass, der Sir Lowrys Pass, war zwar nur 450 m hoch, stieg aber steil an
und da es keine Bäume gab, hatten wir schnell das Gefühl im Hochgebirge
zu sein. Die schroffen Felsen und die blassblaue vor Hitze flirrende Luft
taten ein Übriges dazu. Hier sollte ein Weinbaugebiet sein, doch zuerst
durchfuhren wir ein grosses Gebiet, in dem jedes Grün verbrannt war. Doch
hinter dem nächsten Pass waren plötzlich in einem Apfelanbaugebiet. Dies
zog sich bis zum Franschhoek Pass, von dem aus wir weit in das Weinbaugebiet
rund um Franschhoek blicken konnten.
Franschhoek spiegelt den Reichtum seiner Winzer wider, exklusive Cafés,
Galerien, Art Craft Shops laden zum Verweilen und Schauen - und natürlich
zum Kaufen ein.
In Stellenbosch kamen wir gerade in die Rush Hour, so dass wir zum ersten
Mal die Klimaanlage benutzten, da uns der Fahrtwind fehlte. Zum Glück
lag der Campingplatz unter grossen alten Kiefern, von denen manche eine
Stamm von 1 m Durchmesser hatten.
Kurt hielt sein letztes Wohnmobilbriefing, dann wurde ihm mit einem launigen
Gedicht für seine für seine kompetente Führung und guten Näherbringens
dieses Landes gedankt. Auch Mechaniker Sifiso, der immer hilfsbereit bei
allen Mängeln an den Autos bereitstand erhielt ein Abschiedsgeschenk.
Der Abend klang aus bei den letzten Getränken und einigen Liedern zur
Gitarre. In der Ferne grummelte es dazu und rechtzeitig zum Schlafengehen
fing es an zu regnen.
Doch so schnell ging es mit der Abkühlung im Womo nicht, so dass beim
Packen der Schweiss in Strömen lief. Die Klimaanlage konnten wir nicht
benutzen, die Sicherungen verkrafteten es nicht.
Schliesslich konnten wir ins Bett sinken. Die letzte Nacht im Wohnmobil.
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Um 6 Uhr rappelte der Wecker (haben wir Urlaub?), die letzten Sachen mussten
gepackt werden, dann wurde das Womo besenrein gemacht, das Wasser abgelassen,
der Kühlschrank sauber gemacht, der letzte Müll entsorgt. Nach einem trotzdem
gemütlichen Frühstück ging es dann die letzten 60 km nach Kapstadt. Dank
des ausgezeichneten Roadbooks und des Briefings von Kurt war es keine
Schwierigkeit, die Maui-Station zu finden - nun ja, für fast Alle. Diejenigen,
die einem GPS folgten, landeten ganz woanders. Unser Bus wartete schon,
das Abgeben der Autos war unproblematisch, war die Endreinigung im Preis
enthalten und Alle hatten Vollkasko gebucht, so dass wir sofort zur Stadtbesichtigung
aufbrechen konnten.
Der Regen heute Nacht hatte zwar für Abkühlung gesorgt, jedoch auch für
einen bedeckten Himmel. Das bedeutete, dass der Tafelberg in den Wolken
verschwunden war und unsere Besichtigung des botanischen Gartens Kirstenbosch
kürzer ausfiel.
Er liegt am Osthang des Tafelberges und gilt als einer der schönsten
Gärten der Welt. Er ist 36 ha groß und wurde am 1. Juli 1913 gegründet,
um die einzigartige Artenvielfalt der Region zu erhalten. Dieser Grundsatz
wird auch heute noch beibehalten, indem nur heimische Pflanzen gezeigt
werden. So finden sich Beete speziell für die Proteaceen, die Ericas,
Palmfarne (Cycadeen), die Sukkulenten und die Restionaceae. Das Gewächshaus
gleich am Haupteingang zeigt Pflanzen der wichtigsten Vegetationsformen
Südafrikas, wie der Karoo, dem Fynbos und der Savanne.
Der Garten ist eine wunderschöne Anlage und am meisten gefällt mir, dass
auf den zahlreichen Wiesen das Picknicken nicht verboten ist, was auch
reichlich ausgenutzt wird, wie uns unsere Reiseführerin Ulla versicherte.
Die weitere Fahrt durch die Stadt zeigte uns deren Schönheit und Vielfalt
an historischen Gebäuden, wie das Kastell (Castle of Good Hope), das älteste
erhaltene Gebäude Südafrikas. Es entstand im Jahr 1666 nach dem Vorbild
barocker Festungen, war jedoch nie in Kampfhandlungen verwickelt. Als
weiteres Beispiel sei hier die City Hall erwähnt, die dem Big Ben nachempfunden
wurde, mit dem gleichen Glockenspiel (nur kleiner), 1905 erbaut. Nelson
Mandela hielt von dem Balkon aus seine erste Rede am Tage seiner Freilassung
am 11. Februar 1990. Wir standen auf den Stufen der St. George Cathedral,
von der Bischof Tutu den Demonstrationen gen die Apartheid aufbrach. Märkte
und Einkaufsstrassen laden zum Bummeln ein, viele Cafés und Restaurants
zum Verweilen.
Unser Hotel City Lodge liegt an der Victoria and Alfred Waterfront, die
mit Boutiquen, Restaurants, Museen oder dem Two Oceans Aquarium viel Abwechslung
bietet. Innerhalb der letzten 5 Jahre ist dieses Arial entstanden und
ist schnell ein Szenemittelpunkt geworden. Hier kann man herrlich flanieren,
die Leute beobachten, den Schiffen nachschauen und dabei bei einem Bier
Calamaris geniessen. An etlichen Ecken wurde Live-Musik geboten, vom einarmigen
Flötenspieler, über das Männer-Doppel-Sextett zur Conscious Marimba Band,
die Lieder gegen die Apartheit und den Krieg sang und spielte. Hier steppt
abends der Bär, es war kaum ein Durchkommen, es schien, dass ganz Kapstadt
auf den Beinen war und das sollte nicht am Valentinstag liegen, der auch
hier eine kommerzielle Rolle spielt. Sogar die Schulmädchen liefen mit
Teddybären, die ein rotes Stoffherz in der Pfote hielten, herum, manche
sogar mit zwei Bären. Von wem sie die wohl haben? Es wurde spät, bis wir
zum Hotel zurückkamen. Wir hatten das Gefühl, dass es schon eine Ewigkeit
her war, dass wir in einem Wohnmobil gesessen haben und doch war es erst
heute Morgen! So erlebnisreich war dieser Tag.
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Urlaub? Fehlanzeige! Der Bus stand um 7:45 Uhr zur Kaprundfahrt vor dem
Hotel. Um dem umfangreichen Buffet unseren entsprechenden Respekt erweisen
zu können, mussten wir deshalb früh aus den Federn. Die Wolken hingen
immer noch tief und verhüllten den Tafelberg, was sich auch im Verlauf
es Tages auch nicht ändern sollte.
Die Kaprundfahrt führte uns an der Küste der False Bay entlang, die ihren
Namen von dem Irrtum vieler Schiffe hatte, die nach dem Kap der guten
Hoffnung dachten, der indische Ozean sei erreicht und nach Norden abdrehten.
Bei Simon´s Town besuchten wir eine Kolonie Brillenpinguine (Spheniscus
demersus), die wir auch bei Bettys Bay gesehen hatten. Die Brillenpinguine
haben eine auffällige schwarz-weiße Färbung. Vom schwarzen Schnabel geht
zu den Augen und darum herum ein rosa Fleck, der ihnen den deutschen Namen
gab. Durch das Cape Of Good Hope Nature Reserve, das mit Fynbos bewachsen
ist, kamen wir zum Cape Point. Es ist ein Kliff am Südende der Kap-Halbinsel.
Es liegt etwa einen Kilometer südöstlich vom Kap der Guten Hoffnung, mit
dem es oft verwechselt wird. Das Kap der Guten Hoffnung ist ein hohes
steiles Kliff mit vorgelagertem Felsstrand am Südende der Kaphalbinsel.
Es ist der südwestlichste, nicht der südlichste Punkt Afrikas (das ist
das Kap Agulhas), und damit jener, bei der die Küste Afrikas einen Schwenk
nach Osten beginnt und die Passage in den Indischen Ozean anzeigt. Die
auf einem breiten Holzpaneel nahe am Wasser angezeigten geographischen
Koordinaten sind: 34° 21' 25" S, 18° 28' 26" E.
Was ist Fynbos? Es begegnete uns schon im botanischen Garten. Nun haben
wir diesen Landschaftstyp gesehen:
Die Flora des Fynbos ist reich an strauchigen Hartlaubgewächsen. Mit
besonders vielen Arten vertreten sind hier die Silberbaumgewächse (Proteaceae),
die auf großen Flächen die Landschaft prägen und mit ihren über handtellergroßen,
von Vögeln bestäubten Blüten von weit her erkennbar sind. Ebenfalls großflächig
kommen Heidekrautgewächse (Ericaceae) in mehreren Hundert Arten vor. Der
Name Fynbos (abgeleitet vom niederländischen "fijnbosch") bezieht sich
auf die als Bauholz ungeeigneten schlanken Stämme der Sträucher und ließe
sich als "feingliedriges Gebüsch" übersetzen.
Über die Westküste der Halbinsel ging es zurück nach Kapstadt. Auch jetzt
noch lag das Tablecloth aus Wolken über dem Tafelberg. Letzte Chance:
morgen früh.
Am Abend lud Seabridge zum Farewell Dinner an der Waterfront ein. Wie
es sich für eine solche gelungene Reise gehörte, bildete ein gediegenes
Essen mit Blick in den Hafen den stilvollen Abschluss.
Nun bleibt nur noch ein abschliessendes Kofferpacken.
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Kaum zu glauben, es ging alles in die Koffer hinein, na ja, ein kleines Zusatztäschchen haben wir schon gepackt. Wenn nun noch ein paar kulante Leute am Check In sitzen, ist alles paletti.
Da der Flieger erst um 19:00 Uhr starten sollte, nutzten wir die Zeit, für eine Rundfahrt. Das Wetter war herrlich, der Himmel war blau, kein Wölkchen zeigte sich am Himmel und - o Wunder - der Tafelberg lag ohne sein Tischtuch da. Dafür war oben so viel Wind, dass die Seilbahn den Betrieb eingestellt hatte. Da das ärgerte uns nicht. Unsere Stadtführerin Ulla führte uns stattdessen auf den Signalberg nebenan, von dem aus wir eine ebenso schöne Aussicht auf Kapstadt hatten wie vom Tafelberg und dazu noch eine tolle Sicht über die Stadt auf den Berg. Dann führte sie uns auf die andere Seite der Table Bay an den Blaubergstrand, wo wir einen Blick auf Kapstadt hatten wie aus einem Prospekt: im Vordergrund Skysurfer, in der Bucht Schiffe mit Kurs auf Kapstadt, dann die Stadt und dahinter der Tafelberg. Über Allem der strahlend blaue Himmel. Wir waren tatsächlich in einem Hochglanzprospekt. Wir nutzten das Panorama natürlich gleich zu einem Gruppenfoto.
Auf der anschliessenden Fahrt nach Stellenbosch beantwortete Ulla weitere unserer vielen Fragen. So eine engagierte Reiseführerin habe ich noch nicht erlebt. Sie brachte uns Bücher über Fauna und Flora Südafrikas mit, Zeitungsausschnitte, Beispiele südafrikanischer Hölzer. Sie hatte eine Unmenge Zahlen und Fakten gesammelt, die sie uns gut erklärend vermittelte und sie ging durch den Bus und sammelte unermüdlich unsere Fragen ein, die sie uns kompetent beantwortete. Das ist Information, wie ich sie mir immer gewünscht hätte. Danke Ulla!
So kamen wir nach Stellenbosch. Es ist nach Kapstadt die zweitälteste von Europäern gegründete Siedlung an der südafrikanischen Küste. Mit den eingemeindeten Orten und Townships hat die Stadt etwa 105.000 Einwohner.
Ich konnte nicht verstehen, warum wir diese Stadt besichtigen wollten, die Fahrt vor 4 Tagen zur Rush Hour durch diese Stadt hatte sie wenig einladend gezeigt. Doch ich wurde überrascht. Sind wir da nur durch die neuen Randbezirke gefahren, besuchten wir heute die Innenstadt.
In dem alten Stadtkern sind viele Häuser aus der Zeit der Ostindien-Kompanie erhalten geblieben, so dass sie für sich eine Sehenswürdigkeit darstellt. ein Highlight ist die unter Denkmalschutz stehende Dorpstraat mit viktorianischen und kapholländischen Gebäuden. Unter denen fand der alte Laden Oom Samie se Winkel, der auch in Reiseführern immer erwähnt wird, unsere besondere Beachtung. Dieser alte Kramladen, in dem alles zu finden ist von Dessous bis zum ausgestopften Kaffernbüffelschädel, der mehr Museum als Laden ist, in dem doch alles zu kaufen ist, zog uns in seinen Bann. Hier ist das ganze letzte Jahrhundert vorhanden.
In Stellenbosch befindet sich eine der führenden Universitäten Südafrikas. Sie ging aus einem 1866 gegründeten Gymnasium hervor. Hier hatte die geistige Eilte der Buren ihre Wurzeln, zahlreiche hochrangige Politiker haben hier studiert oder gelehrt. Heute sind in Stellenbosch jährlich etwa 20.000 Studierende immatrikuliert. Das Hauptgebäude, das "Ou Hoofgebou", wurde 1886 im neoklassizistischen Stil errichtet.
Die Stellenbosch-Municipality ist bekannt für den Export von hochwertigem Wein, der aus über 120 Weingütern kommt. So war es auch nur folgerichtig, dass zum Abschluss unserer Reise nach dem Farewell Dinner Seabridge zu einem Picknick in den Garten des Hazendal Wine Estate einlud. Wer nun denkt, nach so einer Reise und dem Abschluß in Kapstadt sei, das nun nicht der richtige Stil, der schaue sich nur die Bilder an. Unter großen Bäumen war der Tisch gedeckt, das Essen wurde im Picknickkorb serviert, dazu Wein des Weingutes (nur ich viel aus der Rolle, indem ich Bier bestellte). Ja, hier konnte man es aushalten. Schaut doch einmal auf die Homepage des Gutes: http://www.hazendal.co.za. Ich habe das sogar einen Händler in Hannover gefunden.
Leider verging die Zeit zu schnell, der Flughafen rief. Noch eine Verabschiedung von Ulla und denen, die einen anderen Flug nach Hause gebucht hatten, dann war es soweit.
Meine Koffer wurden für gut befunden, die Waagen wogen zum Glück Phantasiegewichte, dann konnten wir uns entspannen.
Unser Flieger war ein Airbus, der auch nicht mehr Platz bot als ein Jumbo, doch wir überstanden die Nacht. In Frankfurt liefen Alle verständlicherweise in Erwartung der Heimat schnell auseinander, so dass eine Verabschiedung mit Einigen ausfiel. Ich umarme euch auf diesem Wege, wir waren eine tolle Truppe. Irgendwie werden wir uns mal wieder begegnen.
Es war eine wunderbare Fahrt, die mein vollkommen falsches Weltbild von
Südafrika in ein anderes Licht rückte. Meldungen aus dieser Region werde
ich in Zukunft mit ganz anderem Interesse aufnehmen und verfolgen. Landschaft
haben wir viel gesehen, auch Tiere, aber mit Menschen wäre ich gerne mehr
in Kontakt getreten. Eine Tour, die ich nur wärmstens ans Herz legen kann.
Ich bin gerne bereit, auf spezielle Anfragen einzugehen, kann aber auch
hier empfehlen, sich direkt an unseren Reiseleiter zu wenden: Kurt Erler,
E-Mail kurtausp@arcor.de.
Und da ich gerade am Adressen angeben
bin, hier noch ein Tipp: Brauchst du mal eine Anlaufstelle in Duisburg,
wende dich an unser Tourmitglied Andreas, E-Mail andreas.katzer@bev.bund.de.
Er freut sich über deine Mail!
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